OGF in mo Magazin für Oberflächentechnik – Warum die Prozesskette zählt
Ausgabe 11–12/2025 zum OGF-Verfahren
In der Ausgabe 11–12/2025 des „mo Magazin für Oberflächentechnik“ (Jahrgang 79) ist ein Fachartikel von Arnulf Hörtnagl (Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt) und Cornelius Mauch (Bolz Intec GmbH) erschienen. Unter dem Titel „Warum die Prozesskette zählt“ wird die Bedeutung einer ganzheitlich abgestimmten Oberflächenbearbeitung für Edelstahlbauteile in sensiblen Anwendungen erläutert
Im Mittelpunkt steht dabei das von Bolz Intec entwickelte Verfahren Optimized Grind Finishing® (OGF).
Edelstahloberflächen für sensible Anwendungen
Der Artikel beschreibt, dass in der chemischen, lebensmittelverarbeitenden und insbesondere in der pharmazeutischen Industrie höchste Anforderungen an Werkstoffe und Oberflächen gestellt werden. Nichtrostende Edelstähle – insbesondere die Werkstoffgüten 1.4404 und 1.4435 (316L) – haben sich aufgrund ihrer chemischen Stabilität, Reinigbarkeit und mechanischen Belastbarkeit etabliert
Normen und Regelwerke wie die Basler Norm 94, ASME BPE oder EHEDG definieren Anforderungen an Beizen, Passivieren und Elektropolieren. Ziel ist stets die Minimierung von Partikelanhaftungen, Produktablagerungen und mikrobieller Kontamination bei gleichzeitig hoher Lebensdauer der Komponenten
Warum finales Elektropolieren allein nicht ausreicht
Ein zentrales Argument des Fachartikels:
Für bestmögliche Edelstahloberflächen genügt finales Elektropolieren nicht. Entscheidend ist das Zusammenspiel der gesamten Wertschöpfungskette – vom Vormaterial über Trennen und Umformen bis hin zur mechanischen Bearbeitung und dem gezielten Oberflächenaufbau
Konventionelle Schleifprozesse weisen erhebliche Schwankungen auf. Laut den im Artikel genannten Messungen können Rauheitswerte (Ra) bei identischen Vorgaben um ±50 % variieren. Zudem bleiben nach dem Elektropolieren häufig Vorzugsrichtungen geschliffener Oberflächen bestehen
Auch alternative Verfahren wie das Strahlen können negative Auswirkungen auf das Anhaftungsverhalten von Partikeln und Mikroorganismen haben
Optimized Grind Finishing® (OGF)
Als Lösung wird das speziell entwickelte Verfahren Optimized Grind Finishing® (OGF) vorgestellt. Es handelt sich um eine modifizierte Form konventioneller Gleitschleifprozesse mit:
- verlängerten Bearbeitungszeiten
- bauteilspezifischen Prozessparametern
- abgestimmter Nachbehandlung
Das Ergebnis ist laut Fachartikel eine besonders gleichmäßige Oberflächenstruktur mit reduzierten Anhaftungseigenschaften und partikelarmen Oberflächen
Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist die Reduktion plastischer Deformationen an der Bauteiloberfläche. Diese beeinflussen nicht nur die Topografie, sondern auch die Homogenität der Passivschicht. Eine gleichmäßig ausgebildete Chromoxidschicht mit hohem Cr/Fe-Verhältnis erhöht die Korrosionsbeständigkeit signifikant
In Kombination mit Elektropolieren und anschließender Passivierung können so optimale Oberflächeneigenschaften erzielt werden. Dabei wird die oberflächennahe Beilby-Schicht vollständig entfernt, sofern die mechanische Bearbeitung zuvor kontrolliert und schonend erfolgt ist
Fazit des Fachartikels
Der Artikel kommt zu dem klaren Ergebnis:
Die Oberflächenqualität von Edelstahlbauteilen für sensible Anwendungen wird maßgeblich durch das Zusammenspiel von Werkstoffauswahl, mechanischer Bearbeitung, Elektropolieren und Passivierung bestimmt.
Nur eine ganzheitliche Betrachtung des Fertigungsprozesses und die Anwendung reproduzierbarer Verfahren gewährleisten hygienisch einwandfreie, korrosionsbeständige und dauerhaft leistungsfähige Oberflächen
Quelle
Hörtnagl, A.; Mauch, C.:
„Warum die Prozesskette zählt“,
mo – Magazin für Oberflächentechnik,
Jahrgang 79 (2025), Ausgabe 11–12, S. 24–26
Download des vollständigen Fachartikels
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