BOLZ INTEC GmbH

Ra Rz Umrechner: Rauheit in µm, µin, RMS und N-Klassen

Oberflächenangaben begegnen einem im Apparatebau in mindestens fünf Schreibweisen:
Ra in Mikrometern, Ra in Mikrozoll, Rz, RMS und N-Klassen. Amerikanische Spezifikationen
nennen fast immer µin oder RMS, europäische Zeichnungen Ra in µm, ältere Zeichnungen
N-Klassen. Dieser Umrechner führt alles ineinander über und ordnet das Ergebnis den
üblichen Anforderungen in Pharma- und Lebensmittelproduktion zu.

Ra
Ra in µin
Rz (Richtwert)
Rz in µin
RMS (Rq)
N-Klasse

Ra und Rz lassen sich nicht exakt ineinander umrechnen.
Ra ist der arithmetische Mittenrauwert, Rz die gemittelte Rautiefe — sie beschreiben
unterschiedliche Eigenschaften desselben Profils. Je nach Bearbeitungsverfahren liegt
Rz zwischen dem 4- und 7-fachen von Ra. Die hier genannten Rz-Werte sind gängige
Richtwerte nach DIN-Reihe; für eine verbindliche Angabe ist zu messen.

N-Klasse Ra (µm) Ra (µin) Rz (µm) Typisches Verfahren

Werte nach ISO 1302 / DIN 4768. Für Pharma- und Lebensmittelanwendungen gelten üblicherweise
Ra ≤ 0,8 µm, im GMP-Bereich häufig Ra ≤ 0,6 µm; elektropolierte Oberflächen erreichen Ra ≤ 0,4 µm.

Ra, Rz und RMS messen nicht dasselbe

Ra ist der arithmetische Mittenrauwert: der mittlere Abstand aller Profilpunkte
zur Mittellinie. Er ist robust und der international gebräuchlichste Kennwert — reagiert aber
kaum auf einzelne tiefe Riefen.

Rz ist die gemittelte Rautiefe aus fünf Einzelmessstrecken, also der Abstand
zwischen den höchsten Spitzen und tiefsten Tälern. Rz erfasst genau die Ausreißer, die Ra
glättet. Für hygienegerechte Oberflächen ist das relevant: In tiefen Riefen sammeln sich
Rückstände, die sich nicht wegreinigen lassen.

RMS (englisch für Rq, den quadratischen Mittenrauwert) ist in US-Spezifikationen
verbreitet und liegt bei technischen Oberflächen etwa 11 % über Ra.

Warum Ra und Rz nicht exakt umrechenbar sind

Zwei Oberflächen mit identischem Ra können sehr unterschiedliche Rz-Werte haben — je nachdem,
ob das Profil gleichmäßig wellig ist oder einzelne tiefe Riefen aufweist. Eine geschliffene und
eine erodierte Fläche mit Ra 0,8 µm sehen unter dem Tastschnittgerät völlig verschieden aus.

Verbreitet ist die Faustregel Rz ≈ 4 bis 7 × Ra. Die Werte in diesem Rechner folgen den
Zuordnungen der DIN-Reihe und liegen im typischen Bereich für spanend und schleifend bearbeitete
Oberflächen. Als Richtwert für die Angebotsphase ist das belastbar; für eine Abnahme ist zu messen.

Welche Rauheit wofür

Anwendung Übliche Anforderung Verfahren
Nicht produktberührte Außenflächen Ra ≤ 1,6 µm gebürstet, geschliffen
Produktberührt, Lebensmittel (EHEDG) Ra ≤ 0,8 µm geschliffen
Produktberührt, Pharma (GMP) Ra ≤ 0,6 µm feingeschliffen, OGF
Wirkstoffkontakt, WFI, Reinstmedien Ra ≤ 0,4 µm elektropoliert
Höchste Reinheitsanforderung Ra ≤ 0,25 µm elektropoliert, mehrstufig

Eine niedrigere Rauheit ist nicht automatisch besser. Unterhalb von Ra 0,4 µm steigt der
Fertigungsaufwand deutlich, ohne dass die Reinigbarkeit im gleichen Maß zunimmt. Entscheidend
ist neben dem Zahlenwert die Riefenfreiheit — und die erreicht man über das Verfahren,
nicht über eine schärfere Toleranz.

µin und RMS aus US-Spezifikationen

1 µin entspricht 0,0254 µm. Eine amerikanische Vorgabe von „32 µin Ra“ entspricht also
Ra 0,81 µm und damit ungefähr der europäischen Anforderung Ra 0,8 µm. „20 RMS“ bedeutet
Rq 20 µin, umgerechnet etwa Ra 0,46 µm. Wer US-Zeichnungen 1:1 in µm übersetzt, ohne zwischen
Ra und RMS zu unterscheiden, liegt um gut 10 % daneben.

Häufige Fragen

Wie rechnet man Ra in Rz um?

Eine exakte Umrechnung gibt es nicht, weil Ra und Rz unterschiedliche Eigenschaften desselben Profils beschreiben. Als Richtwert gilt Rz ≈ 4 bis 7 × Ra; bei geschliffenen Oberflächen liegt der Faktor meist bei etwa 5. Für verbindliche Angaben muss der jeweilige Kennwert gemessen werden.

Wie viel µm sind 32 µin?

32 µin entsprechen 0,81 µm, denn 1 µin = 0,0254 µm. Eine US-Spezifikation mit 32 µin Ra deckt sich damit praktisch mit der europäischen Anforderung Ra 0,8 µm.

Was ist der Unterschied zwischen Ra und RMS?

RMS ist die englische Bezeichnung für Rq, den quadratischen Mittenrauwert. Er gewichtet Ausreißer stärker als Ra und liegt bei technischen Oberflächen rund 11 % höher. RMS-Angaben stammen fast immer aus US-Spezifikationen.

Welche Rauheit ist für GMP-Anlagen gefordert?

Für produktberührte Oberflächen in der Pharmaproduktion ist Ra ≤ 0,6 µm üblich, bei Wirkstoffkontakt und Reinstmedien Ra ≤ 0,4 µm in elektropolierter Ausführung. Verbindlich ist immer die Anlagenspezifikation des Betreibers.

Was bedeuten die N-Klassen?

Die N-Klassen nach ISO 1302 sind eine gestufte Kurzschreibweise für Ra-Werte: N6 entspricht Ra 0,8 µm, N5 dem Wert 0,4 µm, N7 dem Wert 1,6 µm. Sie stehen vor allem auf älteren Zeichnungen; moderne Zeichnungen geben Ra direkt an.

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